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Medikamentöse Therapie bei Myomen

Medikamentöse Therapien werden beim Myom eingesetzt, um Blutungen zu kontrollieren und/oder die Myomgröße zu verringern. Sie haben den Vorteil, dass sie die Gebärmutter und die Fruchtbarkeit erhalten können. Nicht nur bei Kinderwunsch empfiehlt es sich daher, medikamentöse Therapien in Erwägung zu ziehen, bevor invasive Methoden wie Operationen oder radiologische Verfahren zum Einsatz kommen.

Kausale Therapie

Kausale Therapien haben einen direkten Einfluss auf die Krankheitsursache, in diesem Fall die Myome. Sie behandeln nicht nur die Symptome, sondern haben das Ziel, zu heilen.

SPRM (Selektive Progesteron-Rezeptor-Modulatoren), wie z.B. Ulipristalacetat

Seit 2012 steht mit Ulipristalacetat, einem Selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator (SPRM), die erste medikamentöse Behandlungsmöglichkeit für Myome in Tablettenform zur Verfügung. SPRM blockieren die Rezeptoren des Hormons Progesteron in der Gebärmutter. Dadurch wird die Wirkung des Progesterons gehemmt und das Myomwachstum beeinflusst: Die Zellteilung der hormonempfindlichen Myomzellen wird gestoppt, sie sterben ab und werden vom Körper abgebaut. Dies führt dazu, dass vorhandene Myome zu schrumpfen beginnen.

Zudem wird durch den direkten Effekt auf die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) eine relativ schnelle Blutungskontrolle erreicht, d.h. die Blutung wird gemindert und bleibt in den allermeisten Fällen sogar ganz aus. Durch das Schrumpfen der Myome und die Blutungskontrolle werden andere myombedingte Beschwerden meist anhaltend verbessert. Die Behandlung mit Ulipristalacetat dauert bis zu 12 Wochen und kann seit 2015 auch zur Langzeit-Intervall-Therapie eingesetzt werden. Bei Bedarf kann der 12-wöchige Zyklus unbegrenzt oft wiederholt werden. Die Wiederholung kann nach einer Therapiepause frühestens mit Einsetzen der zweiten Regelblutung nach der vorherigen Behandlung wiederholt werden. Dadurch bietet Ulipristalacetat erstmals eine Alternative zur Operation.

GnRH-Agonisten (Gonadotropin Releasing Hormone - Agonisten)

GnRH-Analoga werden als Spritze (wie z.B. Leuprorelin, Goserelin oder Triptorelin) bzw. Nasenspray (Buserelin) verabreicht und hemmen die übergeordnete Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse. Dadurch bilden die Eierstöcke keine Östrogene mehr und es kommt zur einer Art vorübergehender Wechseljahre.

Die hormonsensitiven Myome verkleinern sich und die Blutungsstärke nimmt ab, bis zum völligen Ausbleiben der Monatsblutung. Allerdings verursacht der Östrogenmangel aber auch den Wechseljahren entsprechende Symptome, wie beispielsweise Hitzewallungen. Die Therapie ist auf 6 Monate Beschränkt. Dies sind auch die Gründe dafür, dass GnRH-Analoga heute in der Therapie nur eine geringe Rolle spielen.

Medikamente zur Blutungskontrolle

Diese Medikamente sind nicht offiziell zur Behandlung von Myomen zugelassen (sogenannte Off-Label Therapie), werden aber zur Therapie von Blutungsstörungen eingesetzt.

Off-Label bedeutet außerdem, dass der Einsatz des Medikaments für diese Krankheit (in diesem Fall Myome) nicht auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft wurde.

Antifibrinolytika

Antifibrinolytika hemmen den Abbau von Fibrin. Fibrin im Blut ist für die Blutgerinnung wichtig. Der verringerte Abbau führt zu mehr Fibrin im Blut. Die dadurch erreichte, höhere Gerinnung sorgt dafür, dass die starke Menstruationsblutung vermindert wird.

Hormonelle Verhütungsmittel

Häufig wird versucht, mit hormonellen Kontrazeptiva (wie Pille, Ring, Implantat, Hormon-Spirale, 3-Monats-Spritze) Symptome wie Blutungsstärke und Regelschmerzen zu verringern. Bei einer leichten Blutungssymptomatik kann der Einsatz als primäre Therapie versucht werden. Diese Medikamente wirken jedoch nicht auf das Myom selbst und sind deswegen nicht für die Therapie von Myomen zugelassen.

Problematisch ist dabei nicht nur, dass die Ursache erhalten bleibt, sondern dass auch nicht einwandfrei geklärt ist, welche Auswirkungen die zusätzlichen Hormone auf das Myom haben könnten.

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