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Was sind Myome?

Eine kurze Einführung

Myome der Gebärmutter werden auch als Uterusmyome bezeichnet. Uterusmyome sind gutartige Geschwulste der Gebärmutter. Sie wachsen von der Muskelschicht der Gebärmutter (Uterus) aus, dem sogenannten Myometrium.

Myome bestehen aus Bindegewebe und glatter Muskulatur, und wachsen langsam in der Wand oder am Rand der Gebärmutter. Auch wenn für Myome häufig der Begriff Tumor anstatt Geschwulst oder Knoten verwendet wird, sind Myome gutartig, gehören also nicht zu den Krebserkrankungen.

Myome kommen bei bis zu ca. 70 % aller Frauen zwischen 35 und 55 Jahren vor, darunter bei 24 Millionen in der Europäischen Union und 20 Millionen in Nordamerika.

Uterusmyome auf einen Blick

Myome....

  • sind gutartige Tumore der Gebärmutter (Uterus).
  • sind die häufigsten gutartigen Tumore des weiblichen Genitaltraktes.
  • sind hormonempfindlich (Progesteron- und Östrogen-abhängig).
  • betreffen bis 70 % Frauen im gebärfähigen Alter im Laufe ihres Lebens, insbesondere zwischen 35 und 50 Jahren.
  • verursachen bei etwa 30 – 50 % der betroffenen Frauen Beschwerden → sogenannte “symptomatische” Myome.
  • können auch vorhanden sein, ohne Beschwerden zu verursachen → sogenannte “asymptomatische” Myome.
  • führen bei etwa 1/3 der betroffenen Frauen zu regelmäßigen Krankmeldungen.
  • sind der Grund für rund 175.000 stationäre Klinikaufenthalte in Deutschland pro Jahr.
  • sind die häufigste Ursache für gynäkologische Operationen, insbesondere Gebärmutterentfernungen(Hysterektomien).

Warum entstehen Myome?

Die Ursache für die Entstehung von Myomen ist noch nicht genau erforscht. Man weiß jedoch, dass Myome besonders hormonsensitiv sind, d.h. sie wachsen verstärkt durch die Hormone Östrogen und Progesteron. Genau hier setzen auch moderne medikamentöse Therapien an.

Aufgrund des Hormonspiegels entwickeln sich Myome bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, mit steigender Tendenz nach dem 35. Lebensjahr. Zum Zeitpunkt der Wechseljahre (Menopause) hat mindestens die Hälfte aller Frauen Myome unterschiedlicher Zahl und Größe.

Nach den Wechseljahren wachsen die Myome durch den starken Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron normalerweise nicht mehr weiter.

Wann entstehen Myome?

Zu den möglichen Faktoren mit einem Einfluss auf die Myomentwicklung gehören:

  • Familiäre Vorbelastung: Eine Frau, deren Mutter oder Schwester an Myomen litt bzw. leidet, weist selbst ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Myomen auf.
  • Ethnie: Es ist bekannt, dass bei Frauen mit schwarzer Hautfarbe häufiger Myome diagnostiziert werden, als bei Frauen mit weißer Hautfarbe.
  • Adipositas: Mehreren Studien zufolge nimmt das Risiko mit Übergewicht, sprich zunehmenden Body-Mass-Index (BMI) bzw. erhöhter Waist-to-hip Ratio (Taille-Hüft-Verhältnis), zu.
  • Schwangerschaft und Geburt: Die hormonelle Umstellung während einer Schwangerschaft kann zwar das Wachstum von bereits vorhandenen Myomen in der Schwangerschaft verstärken, wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge senken Geburten jedoch das Risiko für die Entwicklung von neuen Myomen.

Wie groß werden Myome?

Uterusmyome können eine beträchtliche Größe von über 20 cm Durchmesser erreichen und im Falle eines starken Wachstums auch zur Verformung der Gebärmutter führen.

Welche Myome gibt es?

Je nach ihrer Lage in der Uteruswand werden drei Myomformen unterschieden:

Intramurale Myome

Intramurale Myome sind die häufigste Form von Myomen (50 %).

Sie wachsen innerhalb der Gebärmutterwand und dehnen sich dabei aus. Durch diese Myome kann die Gebärmutter größer erscheinen. Intramurale Myome können fälschlicherweise für eine reine Gewichtszunahme oder Schwangerschaft gehalten werden.

Zu den möglichen Symptomen gehören Menstruationsbeschwerden wie starke und verlängerte Regelblutungen sowie Unterleibs- und Rückenschmerzen, häufiges Wasserlassen und ein Druckgefühl. Auch ein negativer Einfluss auf die Chancen, schwanger zu werden, wird diskutiert.

Subseröse Myome

Subseröse Myome (35 %) wachsen im äußeren Teil der Gebärmutter.

Diese Myome behindern den Menstruationsfluss normalerweise nicht und führen meist nicht zu stärkeren Monatsblutungen, können aber durch ihre Größe und den zusätzlichen Druck auf andere Organe Schmerzen hervorrufen.

Im Einzelfall können subseröse Myome auch über einen dünnen Gefäßstiel mit dem Uterus verbunden sein. Dann nennt man sie gestielte subseröse Myome.

Submuköse Myome

Submuköse Myome sind die dritte und am wenigsten häufig vorkommende Form (5 %).

Diese Myome entwickeln sich direkt unter der Gebärmutterschleimhaut, also im Inneren der Gebärmutter. Dadurch verändern sie die Form und Größe der Gebärmutterhöhle und können neben einer verlängerten auch zu einer übermäßig starken Menstruationsblutung führen. Auch submuköse Myome können gestielt sein, dann nennt man sie gestielte submuköse Myome.

Zervixmyome /Intraligamentäre Myome

Zervixmyome wachsen in den Muskelschichten um den Gebärmutterhals, der Zervix. Sie treten selten auf.

Noch seltener (2 %) treten sogenannte intraligamentäre Myome auf. Sie finden sich in den seitlich der Gebärmutter gelegenen Bindegewebsschichten (meist den breiten Gebärmutterbändern) und können den Harnleiter abdrücken und somit zu einem Nierenstau führen.Zervixmyome rufen häufig Beschwerden beim Wasserlassen sowie ein Druckgefühl auf den Harnleiter hervor.

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