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Häufige Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke

Mindestens 70 % der Frauen sind im Laufe ihres Lebens von einer gutartigen Gebärmuttererkrankung betroffen. Gutartig werden Erkrankungen wie Myome und Polypen deshalb genannt, weil sie zwar wachsen, sich aber im Gegensatz zu bösartigen (malignen) Krebstumoren nicht weiter im Körper ausbreiten. Ob gutartige Erkrankungen Probleme verursachen und behandelt werden müssen, ist individuell verschieden.

Myome

Myome sind Geschwulste, die aus der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) entstehen. Die Hormone Östrogen und Progesteron beeinflussen das Wachstum von Myomen. Daher treten Myome erst nach der Pubertät, gehäuft nach dem 30. Lebensjahr auf und bilden sich meist nach dem Eintreten der Wechseljahre zurück. Betroffen sind rund 20-40 % aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Man schätzt, dass 70 % der Frauen im Laufe ihres Lebens ein Myom entwickeln.

Vielfach bleiben Myome unbemerkt, da sie in ungefähr der Hälfte der Fälle keine Beschwerden verursachen. Sie können jedoch auch Symptome wie Menstruationsbeschwerden, starke Blutungen (Hypermenorrhoe), Druck und Schmerzen im Unterbauch, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Probleme beim Wasserlassen und/oder Stuhlgang, eine eingeschränkte Fruchtbarkeit sowie einen Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) hervorrufen.

Alles zu Symptomen, Diagnose & Therapie beim Myom finden Sie hier.

Polypen

Polypen sind Geschwulste, die aus der Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) oder des Gebärmutterhalses (Zervix) entstehen. Ähnlich wie Myome reagieren sie auf bestimmte Hormone.

Etwa 3-16 % aller Frauen sind von Polypen betroffen, vor allem während und nach den Wechseljahren. Symptome von Polypen können starke Blutungen und Zwischenblutungen sowie wehenartige Schmerzen sein.

Funktionelle Zysten der Eierstöcke

Zysten sind Hohlräume, die sich im Gewebe bilden und von einer Art Kapsel umgeben sind, wie kleine Blasen. Sie können mit Gewebeflüssigkeit, Blut oder auch Eiter gefüllt sein.

Zysten sind meist harmlos, können jedoch Probleme bereiten, wenn sie platzen oder sich an einer kritischen Stelle, wie z.B. an den Eierstöcken, befinden. Ein gestörter hormoneller Zyklus im Eierstock kann Ursache für die Entstehung von Zysten sein. Aus diesem Grund treten funktionelle Zysten auch nur bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter auf, die zudem eine Hormontherapie durchführen.

Funktionelle Zysten sind bei den meisten betroffenen Frauen verantwortlich für Blutungsstörungen. Zudem können sie, abhängig von ihrer Größe und Lage, bei bestimmten Bewegungen Schmerzen verursachen. Die Diagnostik erfolgt durch Ultraschall (Sonographie), wobei die Unterscheidung zu anderen zystischen, ovariellen Befunden nicht immer einfach ist.

Polyzystische Ovarien (PCO-Syndrom)

Das PCO-Syndrom ist eine hormonelle Störung, von der rund 4-12 % der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Beim PCOS sind meist die „männlichen“ Hormonwerte, die Androgene, erhöht. Dadurch kommt es häufig zu Zyklusstörungen oder Fruchtbarkeitsproblemen. Zu den typischen Symptomen des PCO-Syndroms zählen viele kleine Zysten an den Eierstöcken, ein Ausbleiben des Eisprungs, Hautveränderungen wie Akne sowie ein vermehrter Haarausfall.

Endometriose / Adenomyose

Als Endometriose wird das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle bezeichnet. Die Schleimhaut findet sich in diesen Fällen meistens im Bereich des Bauchfells, der Eierstöcke, der Scheidenwand oder auf dem Darm wieder. Etwa 7-15 % der Frauen sind betroffen.

Eine Endometriose kann völlig symptomfrei verlaufen. Treten Symptome auf, zählen zu den durch Endometriose verursachten Beschwerden Unterbauchschmerzen und krampfartige, andauernde Schmerzen während der Menstruation (Dysmenorrhoe). Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Rückenschmerzen können Anzeichen sein. Eine Endometriose kann zudem zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit führen.

Bei der Adenomyose kommt es zum Einwachsen von Gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe in die muskuläre Wand der Gebärmutter. Die häufigen Symptome der Adenomyose sind schmerzhafte Blutungen (Dysmenorrhoe) und/oder verlängerte und starke Blutungen (Menorrhagie) sowie Zwischenblutungen (Metrorrhagie). Endometriose und Adenomyose kommen häufig gemeinsam vor.

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