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Menstruationsbeschwerden und Blutungsstörungen

Viele Frauen leiden unter Menstruationsbeschwerden. Ob die Symptome noch im normalen Bereich liegen, ist nicht immer leicht zu erkennen. Häufig kann die Ursache für Menstruationsbeschwerden auch eine Gebärmuttererkrankung (z.B. ein Myom) oder ein hormonelles Ungleichgewicht sein. Deswegen ist es wichtig, nicht still zu leiden, sondern über Menstruationsbeschwerden mit dem Frauenarzt zu sprechen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln aufgrund von Zyklusbeschwerden sollte dem Arzt mitgeteilt werden.

Ein sorgfältig geführter Zykluskalender hilft, Symptome besser nachzuvollziehen und eventuelle Ursachen herauszufinden. Informieren Sie sich nachfolgend über die verschiedenen Beschwerden und mögliche Ursachen.

Blutungsstörungen / Zyklusstörungen

Bei einem normalen Zyklus (Eumenorrhoe) beträgt die Länge des Zyklus 25-34 Tage. Die Blutung verursacht keine Beschwerden, hält etwa 4-5 (maximal 7) Tage an und es gehen dabei etwa 50 ml Blut verloren. Im Einzelfall können es auch bis zu 80 ml sein.

Wenn Blutungsstärke, Blutungsdauer und/oder Blutungshäufigkeit jedoch deutlich vom Normalfall abweichen, spricht man von einer Zyklusstörung (Zyklusanomalie). Etwa 20 % aller Besuche beim Frauenarzt und etwa 25 % aller gynäkologischen Operationen hängen mit einer Zyklusstörung zusammen.

Eine Zyklusstörung kann hormonell bedingt sein, aber auch organische Ursachen wie eine Gebärmuttererkrankung haben. Deswegen ist bei Zyklusstörungen eine individuelle Abklärung durch den Arzt wichtig.

Wie stark ist stark?

Woran erkennt man, ob die Regelblutungen stark sind oder nicht? Hat das was mit Myomen zu tun?

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Störungen der Blutungsstärke und -dauer

Zu starke Blutungen

Hypermenorrhoe

Von einer zu starken Blutung, einer sogenannten Hypermenorrhoe, spricht man bei einem Blutverlust von über 80 ml – das entspricht etwa 10 vollgesogenen Tampons normaler Größe.

Ursachen für eine Hypermenorrhoe sind neben hormonellen Störungen häufig Polypen oder Myome, welche die Kontraktion der Gebärmutter und damit die problemlose Ablösung der Gebärmutterschleimhaut behindern. Durch den hohen Blutverlust kann es oft zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Eisenmangelanämie) mit Symptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung kommen.

Ob die Regelblutung zu stark ist, hängt nicht nur von der verlorenen Blutmenge ab, sondern auch vom eigenen Empfinden. Während einige Frauen auch mit größerem Blutverlust noch gut zurecht kommen, fühlen sich andere schon bei einem geringeren Blutverlust unwohl oder sogar körperlich erschöpft. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie Ihre Sorgen mit einem Arzt besprechen, von dem Sie sich ernst genommen fühlen.

Verlängerte und verstärkte Regel

Menorrhagie

Eine verlängerte und zu starke Regelblutung (>7 Tage, max. 10 Tage, mit einem Blutverlust von über 80 ml insgesamt) wird als Menorrhagie bezeichnet.

Ursache für eine solche verlängerte Regelblutung kann die Einnahme von Blutgerinnungsmitteln oder eine Krankheit sein, die die Blutungseigenschaften verändert.

Gynäkologische Ursachen für eine verlängerte Regelblutung können ein hormonelles Ungleichgewicht der Gebärmutterschleimhaut oder eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut sein. Es ist auch möglich, dass Polypen in der Gebärmutterschleimhaut oder gutartige Wucherungen wie Myome in der Gebärmutter eine verlängerte Blutung verursachen.

Zusatzblutungen

Als Zusatzblutungen werden alle zusätzlichen zur normalen Menstruation auftretenden Blutungen bezeichnet. D.h. bei einem 28-Tage Zyklus sind das alle zusätzlich auftretenden Blutungen zwischen dem 8. und 28. Zyklustag.

Spotting / Schmierblutung

Auch bei einem regelmäßigen Zyklus kann es zu kleineren Blutungen kommen, die sich meist als dunkle Flecken in der Unterwäsche bemerkbar machen und keinen regulären Schutz benötigen.

Zyklusstörungen

Zu häufige Regel (bei verkürztem Zyklus <25 Tage)

Polymenorrhoe

Zu häufige Regeblutungen, in denen sich der Zyklus auf weniger als 25 Tage verkürzt, können besonders in der Pubertät und kurz vor den Wechseljahren auftreten. Auch durch Stress und psychische Belastungen kann sich der Menstruationszyklus verkürzen.

Normalisiert sich die Häufigkeit der Regelblutung in ruhigeren Phasen nicht, so sollte zur Abklärung ein Frauenarzt aufgesucht werden. Grund für zu häufige Regelblutungen können unter anderem Funktionsstörungen der Eierstöcke, Entzündungen und submuköse Myome sein.Aufgrund des hohen Blutverlusts bei zu häufigen Regelblutungen kann es zudem zu einer Eisenmangelanämie kommen.

Zu seltene Regel (bei verlängertem Zyklus >34 Tage)

Oligomenorrhoe

Eine Oligomenorrhoe, also eine zu seltene Regel, kann verschiedene Ursachen haben. Hormonelle Störungen – wie z.B. beim PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) – können den Zyklus beeinträchtigen und für seltenere Blutungen sorgen.

Im Rahmen der Wechseljahre kommt es aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels zu einem natürlichen Ausbleiben der Regel.

Zu schwache Regelblutung

Hypomenorrhoe

Eine verminderte Blutungstärke, d.h. ein Blutverlust von unter 25 ml und eine häufig auf 3 Tage verkürzte Regel, wird als Hypomenorrhoe bezeichnet. Dies ist häufig bedingt durch einen zu geringen Östrogenspiegel.

Grund dafür können eine zu geringe Hormonproduktion im Eierstock oder die Einnahme der „Pille“ (hormonelle Kontrazeptiva) sein. Im zweiten Fall ist dieser Effekt oft erwünscht.

Ausbleiben der Regel

Amenorrhoe

Bei der Amenorrhoe unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Amenorrhoe.

Bei der primären Amenorrhoe bleibt die Regel bis zum 16. Lebensjahr aus. Von einer sekundären Amenorrhoe spricht man, wenn nach einem zuvor regelmäßigen Zyklus die Blutung mehr als 3 Monate ausbleibt und eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist.

Das Ausbleiben der Regel während der Schwangerschaft, dem Stillen, nach den Wechseljahren oder für einige Monate nach Absetzen der Pille (bis zu 6 Monate) ist völlig natürlich und normal. Andere Gründe für eine fehlende Regel sind Hormonschwankungen, Schilddrüsenüberfunktion, sowie Untergewicht.

Bei unterernährten Frauen – z.B. bei Magersucht – bleibt die Menstruation häufig aus, weil der Körper auf Notversorgung umgestellt ist und wichtige Nährstoffe fehlen, um die natürlichen Funktionen aufrecht zu erhalten.

Eine Amenorrhoe kann ebenfalls als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten.

Krämpfe und Schmerzen während der Regel

Da die Gebärmutter ein Muskel ist, der sich während der Blutung zusammenzieht, kann dieser Vorgang durch ziehende Schmerzen wahrgenommen werden. Auch leichte Rückenschmerzen sind kurz vor und während der Blutung normal.

Starke Schmerzen können jedoch auch eine andere organische Ursache haben. Gutartige Geschwulste wie Myome können die normale Kontraktion der Gebärmutter erschweren oder auf die umliegenden Organe drücken und so für Krämpfe oder Schmerzen sorgen.

Schmerzhafte Regel

Dysmenorrhoe

Etwa 60-90 % aller heranwachsenden Frauen leiden gelegentlich an Schmerzen während der Regel (Dysmenorrhoe). Krampfartige Beschwerden und lange andauernde Schmerzen während der Regelblutung können unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen können die Hormone in bestimmten Phasen des Zyklus zu niedrig sein. Zum anderen kann eine schmerzhafte Regel durch Veränderungen der Gebärmutter, zum Beispiel in Form von Myomen, verursacht werden.

Schmerzen können auch als Symptom einer Endometriose oder einer Adenomyose, bei der Gebärmutter-typische Schleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt, auftreten.

Blasen und Magen-Darm-Probleme

Leichte Verdauungsprobleme sind nicht Ungewöhnliches. Probleme beim Wasserlassen und Verstopfung sowie ein Druckgefühl im Unterbauch können durch natürliche Hormonänderungen während der Periode, jedoch auch durch Gebärmuttererkrankungen wie größere Myome verursacht werden, die auf Blase oder Verdauungsorgane drücken und diese in ihrer Funktion behindern.

Gereiztheit und depressive Verstimmung

Der weibliche Zyklus ist ein komplexer Prozess, der durch Hormone gesteuert wird. Hormone beeinflussen zudem Stimmungen und Emotionen. Je nachdem wie sie zusammenspielen, kann es daher besonders vor der Menstruation zu Stimmungsschwankungen, Gereiztheit oder sogar depressiven Verstimmungen kommen.

Unabhängig davon können auch die körperlichen Symptome wie Schmerzen und Krämpfe aufs Gemüt schlagen. Wichtig ist, nicht nur körperliche Beschwerden abklären zu lassen. Auch Verstimmungen lassen sich durch einen Zykluskalender nachvollziehen und sollten mit dem Frauenarzt besprochen werden.

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